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Achtsamkeit

Vor Jahren war ich bei einem Vortrag eines Unternehmers aus den USA, der über Achtsamkeit und bewusstes Denken und Handeln im Alltag - spezifisch im Krankenhausalltag - sprach. Er meinte die Zahlen sprechen dafür, dass die Genesungsrate jener Patienten, die an den Meditationskursen, die er anbot, Teil genommen hatten, signifikant erhöht waren.


Seit dieser Erkenntnis arbeitete er konsequent daran Meditationsräume in Krankenhäusern in den USA aufzubauen.

Was hat Meditation mit Achtsamkeit zu tun und wozu braucht ein ohnehin schon gesunder Mensch das überhaupt?

Zum Einen schult man durch Meditationsübungen, die im Wesentlichen die Konzentration fördern, die Fähigkeit seinen Fokus auf ein bestimmtes Objekt oder eine bestimmte Tätigkeit zu lenken. Seien es Gedanken oder schlichtweg das Ein- und Ausatmen. Im Großen und Ganzen bringt Achtsamkeit den "Achtsamen" in die einzige wahre Realität zurück, die es gibt. Den Moment. Alles Andere sind Konstrukte in unserem Kopf. Vergangenheit und Zukunft sind genau genommen nur Ideen und zu Konzepten geformte Gedanken.


Natürlich kann man in "unserer Welt" nicht koexistieren, ohne diese Konstrukte anzuwenden. Ohne diese Fähigkeit des Menschen abstrakt zu denken und in Gedanken sozusagen abzuschweifen und ganz woanders zu sein, als in der momentanten Realität, gäbe es keine Entdeckungen und keine Erfindungen. Es gäbe keine Ideen und somit keinen Fortschritt auf der materiellen Ebene. Der Mensch wäre dann genau wie seine tierischen Zeitgenossen. Instinkt- und Triebgesteuert und somit zwar bewusst im Moment, aber nicht im Stande vermittels abstrakten Denkens z.B. eine Falle zu stellen um so an sein Abendessen zu kommen.


Einem gesunden oder einem erkrankten Menschen kann jedoch das stoppen der auf Wanderschaft gehenden Gedanken dazu beitragen die Gesundheit aufrecht zu erhalten oder gar die Genesung zu beschleunigen. Die Kraft der Aufmerksamkeit bündelt die Energie auf ein Ziel und der Körper reagiert darauf mit beschleunigter Zellaktivität. Die Chinesen würden sagen, dass das Chi dann fließt. So manch andere würden meinen, dass dann die Meridianen aktiviert werden.

Im Grunde ist es doch auch ganz gleich, welchen Namen wir diesem Geschehen geben und in welche Schublade wir es dann stecken. Der einzige Nutzen ist dann nur, dass man sich besser über etwas unterhalten kann, wenn man sich begrifflich darauf beziehen kann.


In diesem Sinne wünsche ich viel Erfolg und erleuchtend helle Momente all Jenen, welche aktiv bemüht sind das bewusste Verweilen im Moment solange wie möglich aufrecht zu erhalten und zu expandieren.