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Was ist eigentlich Multiple Sklerose?

In diesem Beitrag möchte ich etwas näher auf die Definition dieser Erkrankung eingehen. Ich werde mich bemühen möglichst verständlich zu erklären und nicht allzusehr ins Fachjargon abzuschweifen wo immer es mir möglich erscheint. Sollte mir das nicht gelingen, so bitte ich bereits jetzt um Entschuldigung. Anschließend erlaube ich mir meine persönlichen Erkenntnisse und Schlußfolgerungen zu ziehen, die ich nicht weitgehend wissenschaftlich untermauern werde, aber deren Induktionen aufgrund der bisher bekannten Fakten naheliegend sind. Frei nach einer praktischen Ärztin, die mir einmal gesagt hat. "Ja wissen Sie, bei MS - da darf jeder was dazu sagen." Damit meinte sie, dass noch so vieles unklar ist und zeitweise sogar widersprüchlich, kann man gar nicht allzusehr falsch liegen. Ich werde diese Erkenntnisse und Schlußfolgerungen sehr bald in dem folgenden Beitrag veröffentlichen.

 

Tatsächlich ist es so, dass sich Ärzte seit 30 Jahren Forschung noch immer nicht einigen können, was z.B. die Ätiologie (Entstehungsgeschichte) oder die Prognose (Vorhersehbarkeit des weiteren Verlaufes) betrifft. Es gibt allerdings jede Menge Indizien, dass es multifaktorelle Gründe sind, die gemeinsam eine Erkrankung an MS begünstigen.

 

MS - Multiple Sklerose ist auch bekannt als die Krankheit mit den tausend Gesichtern. Der Grund dafür liegt darin dass sich die Symptome der Erkrankten derart untereinander unterscheiden können, dass man sie auf den ersten Blick und ohne weitere Untersuchungen gar nicht als ein und dieselbe Erkrankung diagnostizieren kann. Es ist die Rede von Symptomen die im Bereich des visuellen Systems, von Sensibilitätsstörungen und Erscheinungen in der Motorik sowie der Koordination bis hin zu Schmerzen und vegetativen Störungen. Aber auch psychophysische Störungen, wie z.B. das Fatigue Syndrom (eine kaum gegensteuerbare tiefgehende Ermüdung bzw. Erschöpfung) und Psychosen sowie Paroxysmale Symptome (Verkrampfungen, unwillkürliche Bewegungen...), wie tonische Hirnstamm- und Spinalanfälle oder die allseits, aufgrund der kaum bändigbaren Schmerzen, gefürchtete Trigeminusneuralgie. Dann gibt es noch ein paar seltene klinische Ausreißer von Geruchsstörungen bis hin zu apathischen Symptomen, auf die ich hier nicht näher eingehen werde.

 

Hier ein paar Zahlen.

Die Zahl der Erkrankten in Europa: 500.000. In den USA: 400.000. Weltweit: 2.500.000. Die Zahl der Erkrankten ist in den wirtschaftlich entwickelten Ländern tendenziell höher. Die Erkrankung erfolgt im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer.

 

In den Regionen des Äquators ist die Anzahl der MS-Erkrankten erstaunlich gering, ebenfallls erstaunlich hoch ist die Anzahl der Ekrankten mit einem sehr niedrigen Vitamin-D-Spiegel während  der Diagnosestellung.

 

Man unterscheidet zwischen zwei Verlaufsformen. Die schubförmige MS und die progrediente Form. Bei der schubförmigen kommt es zu zeitlich versetzten Episoden von Schädigungen des Nervensystems, während bei der progredienten Verlaufsform eine kontinuierlich schleichende Degeneration stattfindet. Die zweite Form ist bei den meisten Patienten nach einer Erkrankungsdauer von 10 bis 15 Jahren zu erwarten.

 

Was genau passiert ist kurz zusammengefasst, dass B- und T-Zell-Lymphozyten (sehr starke und wichtige Bestandteile des eigenen Immunsystems) die sogenannte Bluthirnschranke durchbrechen und im ZNS (Zentralnervensystem) toben und auf den Nervensträngen sozusagen die Isolier- und Informationsweiterleitungsschicht, auch Myelin genannt, angreifen. Dort hinterlassen sie grobe Schäden und führen somit je nach Areal verschiedenste Symptome. Und dies passiert eben wie genannt schubweise, oder besagte Lymphozyten bleiben über Jahre, Jahrzehnte innerhalb des ZNS und richten kontinuierlich Schaden an.

 

Die Krankheit gilt als unheilbar und ist im Volkstümlichen mit dem Bild eines im Rollstuhl sitzenden Menschen verbunden. Dies ist heutzutage nicht mehr der zwingende Ausgang dieser Erkrankung. Schulmedizinische, sowie komplementäre Methoden und weitere Einflussfaktoren, die man beachten kann, wie Ernährung, Sport und ja sogar die mentale Einstellung können nicht nur theoretisch sondern auch meiner Meinung nach tatsächlich gegensteuern. Wie ich bereits eingangs erwähnt habe werde ich nicht explizit auf Zahlen und Fakten verweisen können, da die Forschung hier nicht bedeutend entgegenkomment ist, bzw. sind bestimmte Investoren nicht interessiert an Methoden, die ihnen nicht zu ihrem eigenen Vorteil verhelfen. Dies ist keine bloß hergeholte Behauptung von mir sondern eine allseits bekannte Tatsache. Was sich allerdings mit der Zeit zu ändern scheint sind andere Geldgeber und aktive Forscher. So gibt es z.B. eine amerikanische Ärztin, Dr. Terry Wahls, die ihre eigene Forschung in Sachen MS und Ernährung vorantreibt. Sie selbst ist betroffen von dieser scheinbar unheilbaren Erkrankung und befand sich in einem fortgeschrittenen Zustand. Sie saß in einem sogenannten zero-gravity-chair, da sie sich kaum noch bewegen konnte, bis sie zur Schlußfolgerung kam, dass sie unbedingt etwas unternehmen müsse, allein ihrern Kindern zuliebe. Da ihr Fachgebiet internistischer Natur war musste sie sich einiges an neurologischem und diätologischem Wissen aneignen. Bevor sie zu ihren Erkenntnissen kam, die sie auch aufgrund der Anwendung schlussendlich aus dem Rollstuhl auf ihr Fahrrad beförderten. Von diesem Augenblick an ist sie am Forschen und studiert, wie ihre Methode der Paläo-Diät sich auf andere Betroffene auswirkt.

 

Es gibt also Hoffnung. Und meiner Meinung nach zurecht. Ich werde sehr bald im folgenden Beitrag näher auf die Bereiche eingehen die ursächlich zu sein scheinen für die Erkrankung. Diese sind sehr wohl beeinflussbar und es kann auch, wie ich denke, mehr bewirkt werden, als gemeinhin angenommen wurde.