· 

MS - Was nun? Was tun?

Wie versprochen hier die Fortsetzung zu meinem Beitrag über die medizinischen und anderweitig therapeutischen Aspekte der Multiplen Sklerose und wie ich im letzten Beitrag erwähnt habe meine Schlussfolgerungen und Erkenntnisse die ich gezogen habe. Die hier vorgeschlagenen Vorgehensweisen stellen nur einen Bericht dar, wie ich es für mich verstanden habe und entschieden habe vorzugehen. Sie sind weder ein Therapieersatz, noch sind sie als eine Garantie zu verstehen. Ich bin Befürworter der komplementären Medizin. Nicht der alternativen Medizin. Ich glaube fest daran, dass man prinzipiell durch mehrere Problemlösungsansätze eine höhere Wahrscheinlichkeit hat erfolgreich zu sein und noch darüberhinaus, dass sich diese Wege gegenseitig auf eine positive Art und Weise begünstigen, aktivieren und verstärken können.

 

Ich meine dass sich die Multiple Sklerose, so wie sie zumindest mich betroffen hat, aus mehreren Komponenten zusammengewirkt hat. Ich werde nun alle Bereiche aufzählen, mein Verständnis vom pathologischen bzw. physiologischen Geschehen schildern und jene Lösungsansätze aufweisen, die ich in Betracht gezogen habe von und denen Positives berichtet wurde oder für die ich mich schlussendlich selbst entschieden habe.

 

Weiters meine ich, dass die Multiple Sklerose eine Zivilisationskrankheit ist, die mit multifaktorellen Hintergründen sowie selbstverständlich auch mit fast allen potentiellen genetischen Prädispositionen einhergeht. Diese müssen aber nicht alle zwingend aktiviert worden sein um den Ausbruch der Krankheit zu verursachen. Demzufolge muss man um erfolgreich gegen die MS anzukämpfen an vielen Faktoren ansetzen. Ich würde es nicht mal einen Kampf nennen, sondern in erster Linie sollte eine Akzeptanz der Erkrankung erfolgen und in Folge dessen kann eine Kooperation, nämlich zwischen Patient und Krankheit erfolgen.

 

 

Schulmedizinische Therapie

 

30 Jahre Forschung und ein ständig steigender Bedarf an Therapiemöglichkeiten haben viele verschiedene Präparate mit unterschiedlich starker Wirkung aber auch Nebenwirkung auf den Markt gebracht. Diese sind zulassungstechnisch streng reglementiert und es gilt der therapeutische Konsens, bei dem Arzt und Patient gemeinsam entscheiden welches Medikament als Basistherpie eingesetzt werden soll. Hierbei soll angemerkt sein, dass aus Sicht der Patienten nur eines zählt. Was ist am wirksamsten für meinen aktuellen Zustand im Verlauf der Erkrankung und fast noch wichtiger ist die Frage dannach welches Medikament das geringste Übel darstelt.

Diese Präparate greifen in unterschiedliche Kaskaden ein und setzen verschiedenste Wirkungen frei. Das Ziel ist dasselbe. Die Anzahl der Schübe zu reduzieren und somit dauerhaft schädigende Folgeerscheinungen zu minimieren. Die Rede ist hier von Schüben, da die Schulmedizin mehr wirkungsvolle Therapien für die RRMS (relapsing remitting MS), die schubförmige MS anbieten kann. Für die SPMS (secondary progressive MS), die schleichende Verlaufsform, gibt es vergleichsweise bei weitem keine derart wirkungsvolle Therapie.

 

 

Stress

 

Stress ist ein allseits bekannter Krankheitserreger. Man unterscheidet zwischen Eustress und Distress. Eustress ist bedingt durch beispielsweise Aktivitäten, die Spaß machen und für eine kurze Zeit andauern. Dies ist ein postivier und gesunder Streß. Der Körper stößt die dazugehörigen Hormone kurzfristig aus und baut sie auch rasch wieder ab. Distress ist jener Stress, der lang andauert und bei dem kein Ende in Sicht ist. Der Körper prodzuiert kontinuierlich Streßhormone und kommt mit dem Abbau kaum bis gar nicht mehr nach.

 

Lösungsansätze: Alle regelmäßig angewendeten "atemtechnischen Übungen und Praktiken" im Allgemeinen. Diese helfen den Distress zu durchbrechen und geben dem Körper die Möglichkeit sich zu erholen. Davon abgesehen gewähren sie, wenn regelmä´ßig und korrekt durchgeführt, tiefe Einblicke in kognitiv und perzeptiv veränderte Zustände.

 

Yoga, Meditation, Tai Chi & Qigong aber auch einige fernöstliche Kampfsportarten

 

Bei manchen Menschen ist soger eine komplette Änderung des Lebensstils erforderlich um das gewünschtes Ergebnis der Ausgeglichenheit zu erreichen.

 

 

Ernährung

 

Du bist was du isst. Das stimmt auch in diesem Fall. Darüberhinaus ermöglicht man mit der korrekten Ernährung den Mitochondrien in den Nervenzellen sich zu stärken und ihre Tätigkeit als Energieversorger für Reparaturarbeiten in Gang zu setzen. Ich persönlich glaube nicht, dass der menschliche Körper sich aus autoimmunologischen Gründen selbst zerstört. Ich denke vielmehr, dass das Immunsystem keinen anderen Ausweg mehr sah "Eindringlingen", in diesem Fall Noxen (das sind Gifte für den Körper) jeglicher Art entgegenzusteuern, welche sich auch auf das Nervensystem ausgebreitet hatten. Es galt diese radikalst zu bekämpfen, da sie eine große Bedrohung für das ganze Nervensystem darstellten. Im Falle der MS sozusagen mit imensem Kolateralschaden. Die oben genannten Eindringline bahnen sich ihren Weg durch falsche oder ungesunde Ernährung, durch das den Körper verschiednensten Giftstoffen Aussetzen, wie es z.B. beim Rauchen der Fall ist, oder leider auch bei so Manchen aufgrund von Schadstoffen denen man arbeitsbedingt ausgesetzt ist, wie beispielsweise ein fast Jahrzehntelanger Kontakt mit Zytostatika in meinem Fall. Sie können auch Entartungen im Körper sein, die bedingt sind z.B. augrund von Handystrahlung, Mikrowellen, Radioaktivität und sonstige elektromagnetische Beungünstigungen die der technische Fortschritt mit sich gebracht hat.

 

Lösungsansätze: Die Nahrung soll den Körper dabei helfen Energie zu tanken, um sich selbst gegen diese Gifte zu schützen und auch im Notfall "Reparaturarbeiten" zu leisten. Aber die Nahrung kann auch richtig angewendet eine enorm große Rolle bei der Entgiftung spielen. Dies ist als MS-Erkrankter Mensch ohnehin ein Muss in meinen Augen. Durch die richtige Art und Dauer der Entgiftung kann man somit das Auftreten weiterer Schübe verhindern.

Weiterhin sehr wichtig ist die Zufuhr von Vitamin-D mittels Substitution. Soviel Sonne ist in unseren Breitengraden in konstanter und kontinuierlicher Form gar nicht möglich. Deshalb muss man hier auf Ergänzungen zurückgreifen und regelmäßig den Vitamin-D Spiegel im Blut kontrollieren.

Der Reishi-Pilz (Ling Zhi) ist es dem man den Spitznamen der tausendjährige Pilz oder der göttliche Pilz gegeben hat. Er soll in der fortan bewussten Ernährung auch eine Rolle spielen. Ihm wird nachgesagt, dass er regulierende Kräfte auf die Lymphozyten haben soll.

Ich möchte den interessierten Leser an dieser Stelle animieren selbst Nachforschungen in diesem Bereich anzustellen.

 

 

Sport

 

Während einer sportlichen Betätigung wird den Körperzellen nicht nur mehr Sauerstoff zugeführt, welche sie für Reparatur- und Erhaltungsarbeiten benötigen, sondern auch die Stärkung der Muskulatur und der motorischen Fähigkeiten, sowie die regelmäßige Aktivierung und Förderung von neurologischen Vorgängen wird gewährleistet. Dies begünstigt das Zellwachstum in den Nerven und kann zumindest dazu beitragen eine "stärkere Basis und Grundsubstanz" aufzuweisen, sollte erneut ein Schub stattfinden.

 

Lösungsansätze: Suchen Sie sich eine Freizeitbeschäftigung mit sportlichem Hintergrund. Es ist weder erforderlich noch ist es ratsam einen Hochleistungssport anzustreben. Empfehlenswert ist Ausdauersport anstatt von Kraftsportarten und wiederum ist es die Regelmäßigkeit, die hier im Endeffekt zu besseren Ergebnissen führt.

 

 

Mentale Einstellung

 

Ein bedeutend unterschätzter Punkt ist die Psychohygiene. Die mentale Einstellung mit der man im Allgemeinen einer derart schwerwiegenden Diagnose, wie sie bei der Multiplen Sklerose der Fall ist, entgegentritt ist zwar nicht direkt für den weiteren Verlauf entscheidend, aber beeinflusst sehr wohl indirekt wie man diese Herausforderung annimmt. Letzteres beflügelt im besten Fall und motiviert und eröffnet somit die Sichtweise auf so manche Möglichkeiten, die einem sonst verborgen geblieben wären, um zumindest die Begleitumstände zu erleichtern und erträglicher zu machen, wenn nicht sogar um wirkliche Veränderungen in der Lebensqualität und auch letztlich in der damit einhergehenden Begünstigung der Prognose zu erzielen.

 

Lösungsansätze: Es gibt hier keine universelle Lösung. Dafür sind wir alle zu unterschiedlich. Was uns alle vereint, ist dass wir soziale Wesen sind. Anders formuliert glaube ich, dass es an dieser Stelle unweigerlich ist einen geeigneten Gesprächspartner zu finden, mit dem man alles besprechen kann. Manchmal reicht es nur, wenn jemand da ist, der einem zuhört. Manchmal sind professionelle Maßnahmen erforderlich. Ganz gleich wie führt dies dazu, dass man reflektiert. Somit können neue Perspektiven erlangt werden, welche wiederum zu Einsichten führen, die positive Auswirkungen erzielen.

 

Ich hoffe, dass ich einen kleinen Einblick in die Bereiche eröffnen konnte, die anstrebenswert sind. Nicht Jedem wird alles weder zusagen, noch wird es Zielführend sein sich noch mehr Stress anzutun um zu hoch gesteckte Ziele zu erreichen. Es gibt bestimmt noch mehr Möglichkeiten die verlorene Balance wiederherzustellen und sollten der Leserin oder dem Leser hierzu Vorschläge einfallen freue ich mich selbstverständlich über eine Mail. Ansonsten wünsche ich viel Erfolg beim Erkunden und beim Ausprobieren.